Vom Energieverbrauch zur Energiebilanz
Am Anfang eines Audits steht die strukturierte Erfassung der verfügbaren Energie- und Betriebsdaten.
Je nach Unternehmen werden beispielsweise untersucht:
- Gebäude und technische Gebäudeausrüstung,
- Produktionsanlagen und Prozesse,
- Wärme- und Kälteversorgung,
- Druckluft,
- Lüftung und Klimatisierung,
- elektrische Antriebe,
- Beleuchtung,
- Abwärmepotenziale sowie
- Lastprofile und Betriebszeiten.
Gerade Lastgangdaten liefern dabei häufig wertvolle zusätzliche Informationen. Sie zeigen, wann Grundlasten bestehen, wann hohe Leistungen auftreten und wie sich der Energieverbrauch zwischen Produktion, Stillstand, Nacht- oder Wochenendbetrieb verändert.
Der Lastgang allein erklärt dabei noch nicht die Ursache. Er zeigt aber, wann genauer hingesehen und welche Frage im Betrieb gestellt werden sollte.
Effizienzpotenziale liegen oft im Betrieb bestehender Anlagen
Energieeffizienz bedeutet nicht automatisch, bestehende Anlagen durch neue zu ersetzen.
Oft liegen Potenziale zunächst in der Betriebsweise:
- unnötig lange Laufzeiten,
- zu hohe Temperatur- oder Druckniveaus,
- gleichzeitig betriebene Anlagen,
- nicht angepasste Regelungen,
- vermeidbare Grundlasten,
- unzureichend genutzte Abwärme oder
- schlecht aufeinander abgestimmte Erzeuger und Verbraucher.
Genau hier setzt auch klimaaktiv bei der Optimierung von Unternehmensprozessen an. Neben größeren Investitionen werden ausdrücklich kurzfristig umsetzbare Maßnahmen und Betriebsoptimierungen betrachtet, die teilweise mit geringen Investitionen realisierbar sind.
Ein gutes Beispiel sind Kälteanlagen: Änderungen und Erweiterungen über die Jahre können dazu führen, dass mehrere Anlagen parallel oder mit nicht optimal abgestimmten Regelungen betrieben werden. klimaaktiv weist hier ausdrücklich auf erhebliche mögliche Effizienzpotenziale hin.
Nicht jede Energieeinsparung ist automatisch wirtschaftlich
Die technische Einsparung allein reicht für eine Investitionsentscheidung nicht aus.
Deshalb sollten identifizierte Maßnahmen auch wirtschaftlich bewertet werden. Das EEffG verlangt im standardisierten Berichtswesen bei relevanten Maßnahmen unter anderem Angaben zum jährlichen Einsparpotenzial, zu den Investitionskosten und zur jährlichen Energiekosteneinsparung.
Für Unternehmen sind darüber hinaus beispielsweise interessant:
- Investitionshöhe,
- jährliche Energie- und Kosteneinsparung,
- Amortisationsdauer,
- Nutzungsdauer,
- Auswirkungen unterschiedlicher Energiepreise,
- erforderliche Betriebsänderungen und
- gegebenenfalls Fördermöglichkeiten.
Damit lässt sich zwischen technisch interessant und wirtschaftlich sinnvoll unterscheiden.
Vom Maßnahmenkatalog zur Prioritätenliste
Das Ergebnis eines Energieaudits sollte deshalb nicht aus einer möglichst langen Liste theoretischer Einsparmaßnahmen bestehen.
Sinnvoller ist eine Priorisierung:
Was kann kurzfristig ohne größere Investitionen verbessert werden?
Welche Maßnahmen benötigen technische Planung?
Welche Investitionen sind wirtschaftlich attraktiv?
Welche Maßnahmen sollten zunächst weiter untersucht oder messtechnisch überprüft werden?
Der klimaaktiv-Energie-Check verfolgt eine ähnliche Logik und unterscheidet zwischen kurzfristigen sowie mittel- und langfristigen Möglichkeiten zur Verbesserung der Energieeffizienz.
Energieaudit als Entscheidungsgrundlage
Richtig eingesetzt ist ein Energieaudit daher nicht nur eine gesetzliche Verpflichtung, sondern eine technische und wirtschaftliche Bestandsaufnahme des Energieeinsatzes im Unternehmen.
Es schafft die Grundlage für Entscheidungen zu:
- Energieeffizienz,
- Anlagenoptimierung,
- Abwärmenutzung,
- Photovoltaik und Batteriespeichern,
- Sanierungen,
- zukünftigen Investitionen und
- teilweise auch zur weiteren Energiebeschaffung.
Das Ziel sollte dabei immer dasselbe sein:
Nicht Energie um jeden Preis einzusparen, sondern jene Maßnahmen zu identifizieren, die technisch sinnvoll, betrieblich umsetzbar und wirtschaftlich überzeugend sind.
KEE Consulting führt Energieaudits nach EEffG durch und verbindet Energiedaten- und Lastganganalyse mit der technischen Untersuchung vor Ort. Die Analyse wird dabei durch einen professionellen Drohnen- und Thermografie-Einsatztag gemeinsam mit DroneSense ergänzt.